Genderperspektive in der Kinder- und Jugendpolitik

Mädchen oder Junge? Diese Frage wird Eltern häufig gestellt, wenn ihr Kind keine blauen oder rosafarbenen Kleider trägt. Das Bedürfnis, (sich) nach Geschlecht einzuordnen, ist gross. Die Geschlechtsidentität wird ab einem sehr jungen Alter in einem mit hartnäckigen Stereotypen behafteten Umfeld geprägt. Das führt zu Ungleichbehandlungen und hindert junge Menschen an der vollen Entfaltung ihres Potenzials.

Die EKKJ hat die Genderperspektive in der Kinder- und Jugendpolitik als eines der Schwerpunktthemen für die Legislatur 2020–2023 gewählt. Die EKKJ befasste sich damit, wie die an Kinder und Jugendliche gerichtete Politik die Genderperspektive berücksichtigt; sie wollte mehr über Projekte und Programme erfahren, die Gender-Stereotypen bekämpfen, und diese bekanntmachen. Bei ihren Arbeiten legte die EKKJ den Fokus auf Kinder zwischen 0 und 4 Jahren im Kontext von Kindertagesstätten sowie auf Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren im Rahmen von ausserschulischen Jugendaktivitäten und im öffentlichen Raum.

Den Auftakt der Arbeiten der EKKJ bildete ein Mandat an den Verein SEM (SEM-association). Der Verein wurde damit beauftragt, für die genannten Altersgruppen eine erste Übersicht über Forschungen und Projekte zur Genderperspektive zu erstellen (siehe Foschungsbericht weiter unten, auf Französisch mit deutscher Zusammenfassung). 

Die EKKJ ist überzeugt, dass eine genderreflektierte Herangehensweise in Politik und Praxis für Kinder und Jugendliche die Gleichstellung der Geschlechter entscheidend voranbringen könnte. Deshalb organisierte die EKKJ am 26. April 2022 eine nationale Tagung "Genderreflektiert arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. Denkanstösse und Beispiele". Programm, Präsentation und Videos mit Statements.

Zum Abschluss hat die EKKJ Arbeitsgruppe noch einen Tätigkeitsbericht erstellt (siehe weiter unten). Dieser blickt auf die verschiedenen Arbeitsschritte zurück, von den Beweggründen der Themenwahl, über die von SEM realisierten Studie bis hin zur Tagung. Im letzten Punkt werden die wichtigsten Feststellungen und Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe zusammen gefasst.